„Niemals geht man so ganz“
„Niemals geht man so ganz“ – Trude Herrs kölsche Lebensweisheit passt leider auch zur aktuellen Finanzlage der Stadt Krefeld. Ja: Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt einen substanziellen Block kommunaler Altschulden. Das hilft. Aber: Es ist weniger als ursprünglich erhofft, und ein Teil der Last bleibt bei uns.
Die Entlastung ist ein richtiger Schritt, weil sie Zinsdruck aus dem System nimmt und Handlungsspielräume eröffnet. Gleichzeitig ist die Verteil-Logik politisch schwer vermittelbar: Wenn besonders hoch verschuldete Kommunen wie Oberhausen und Mülheim an der Ruhr oberhalb einer Pro-Kopf-Schwelle zusätzlich vollständig entlastet werden, reduziert sich die Quote für alle übrigen. Haushaltsdisziplin darf dabei nicht zum Standortnachteil werden.
„Die Altschuldenhilfe ersetzt keine Hausaufgaben. Krefeld braucht weiterhin strikte Prioritäten, effiziente Ausgabensteuerung und Verwaltungsmodernisierung. Entlastungsspielräume sind kein „Weiter-so“, sondern ein Auftrag zu Sanierung, Digitalisierung und Umsetzung.“