Krefelds Klimaziel 2035 fällt durch den Realitätscheck
Der aktuelle Klimaschutzbericht bestätigt die frühere Kritik der FDP-Ratsgruppe: Klimaneutralität bis 2035 ist nicht realistisch. Die Verwaltung selbst bewertet die Zielerreichung inzwischen als unwahrscheinlich. Zugleich fehlen Geld und Personal, während insbesondere Wärme- und Mobilitätswende bislang zu wenig messbare Wirkung zeigen.
Das Monitoring wurde von der städtischen Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Verantwortungsbereich von Umweltdezernentin Sabine Lauxen erarbeitet und im Juni 2026 als öffentliche Verwaltungsvorlage vorgelegt. Es wertet den Umsetzungsstand des Jahres 2025 aus.
Das Zieljahr 2035 hatte der Rat 2022 beschlossen, damit Krefeld der bundesweiten Klimaneutralität um zehn Jahre vorausgeht. Das Bundes-Klimaschutzgesetz sieht die Netto-Treibhausgasneutralität für Deutschland bis 2045 vor.
„Der Bericht von Frau Lauxen zeigt schwarz auf weiß: Der Krefelder Sonderweg war und ist unrealistisch. Wir haben deshalb bereits 2025 beantragt, das Ziel am gesetzlichen Bundesziel 2045 auszurichten. Wer trotz fehlenden Geldes, fehlenden Personals und zu geringer messbarer Fortschritte an 2035 festhält, betreibt Symbolpolitik. Krefeld muss sich ehrlich machen und die verfügbaren Mittel auf Maßnahmen konzentrieren, die tatsächlich wirken“, erklären Hans Tenberg, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, und Dr. Wilhelm Rauch, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft.
Eine neue Gutachtenschleife sei dafür nicht notwendig: Die bestehenden Maßnahmen könnten weiterverfolgt, das politische Zieljahr aber ehrlich korrigiert werden.