Mikrohandel mit illegalen Rauschgift im Drogenhilfezentrum?
„Wie steht die Stadtverwaltung Krefeld zu dem Vorschlag der Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf, Torsten Burmester (SPD) und Stephan Keller (CDU), den Mikrohandel mit illegalem Rauschgift in Suchthilfezentren zu tolerieren?“ fragt die FDP.
Berichten vom 18.06.2026 zufolge wollten sich die beiden Hauptverwaltungsbeamten für einen Paradigmenwechsel bei der kommunalen Drogenbekämpfung einsetzen und dabei an dem „Züricher Modell“ orientieren. Danach soll innerhalb von medizinisch betreuten Drogenhilfeeinrichtungen der Verkauf oder Tausch von kleinsten Mengen harter Drogen zwischen schwer rauschgiftsüchtigen Konsumenten toleriert werden. In Zürich sei es gelungen, den Handel und Konsum sowie die Beschaffungskriminalität einzudämmen.
„Erforderlich ist eine Novellierung des Betäubungsmittelgesetzes. Rechtlich wirft der Vorschlag schwierige Fragen auf. Der Handel und Konsum sowie die Beschaffungskriminalität belasten aber die Krefelder Innenstadt in zunehmenden Maße, nachdem der Theaterplatz nicht mehr als Treffpunkt der Szene dient. Das Drogenhilfezentrum an der Schwertstraße hat insofern bislang keine Abhilfe geschaffen. Es besteht also Handlungsbedarf und die Bereitschaft, über neue Wege zur Eindämmung der Drogenabhängigkeit und ihrer Folgen für die Bürgerschaft nachzudenken“, fordert der Sprecher der FDP im Stadtrat Joachim C. Heitmann. Die FDP setze aber vor allem auf Prävention: „Diese muss so früh wie möglich ansetzen, also spätestens in den Schulen. Bei unserem Ja zum Drogenhilfezentrum haben wir ein städtisches Präventionsprogramm gefordert. Wir haben den Eindruck, dass hier noch jede Menge Luft nach oben ist.“